Allgemeines über Frames

Was sind Frames ?

 

Mit Frames (=Rahmen) kann das Ausgabefenster eines Browsers in zwei oder mehr Bereiche aufgeteilt werden. Dabei kann jeder Teilbereich mit einem eigenen Inhalt und einem unterschiedlichen Layout erscheinen. Da die Bereiche unabhängig voneinander sind, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten der Seitengestaltung, die ohne Frames nicht ohne weiteres oder auch überhaupt nicht zu realisieren wären.

 

Vorteile

 

Mit der Frames-Programmierung kann z.B. ein immer sichtbares Inhaltsverzeichnis der Homepage als Navigationsleiste auf der Seite fixiert werden. So kann relativ einfach von einzelnen Bereichen der Homepage zu anderen gesprungen werden, ohne daß der Überblick gänzlich verlorengeht. Denn das Inhaltsverzeichnis bleibt immer sichtbar an einem Platz. Die Inhalte der einzelnen Seiten erscheinen dann jeweils in einem weitaus größeren Ausgabefenster.

Möchte man ähnliches auf herkömmliche Weise programmieren, hat man es mit zwei Problemen zu tun:

  1. Das Inhaltsverzeichnis mit all seinen Verweisen müßte praktisch in jede Seite, mindestens aber in jede Hauptseite, mit aufgenommen werden. Besonderes Problem dabei: Will man Änderungen am Inhaltsverzeichnis vornehmen, so sind diese auch auf mehreren anderen Seiten notwendig.
  2. Trotzdem würde auch ein so verwirklichtes Inhaltsverzeichnis immer aus dem sichtbaren Bildschirmbereich scrollen, wenn ein Anwender auf die noch nicht sichtbaren Informationen zugreifen möchte, indem er z.B. den Scrollbalken nach unten bewegt. Da böte sich aber ein Ausweg über JavaScript an.

Wie schon erwähnt, ermöglichen Frames vielfältige Möglichkeiten der Seitengestaltung. So sind feststehende Bildschirmbereiche, die ständig im Blickfeld des Benutzers bleiben, natürlich besonders für die Werbung interessant. Auf privaten Homepages ist dieser Gesichtspunkt aber wohl zu vernachlässigen.

Eher zu gebrauchen sind hingegen folgende Beispiele:

  • Im linken Bildschirmbereich ist ein HTML – Quelltext dokumentiert und im rechten das bildliche Ergebnis dieser Programmierung.
  • Oben links bleibt ständig ein (Firmen-) Logo sichtbar.
  • Unten besteht jederzeit die Möglichkeit, die E-Mail-Adresse anzuklicken und/oder den Namen des Autors zu sehen.
  • Bei der künstlerischen Gestaltung von Bildschirmseiten kann man der Phantasie freien Lauf lassen und echte Kunstwerke hinzaubern.

 

Nachteile

 

Frames werden nicht von allen Browsern unterstützt. Jedoch dürfte das nur einen sehr geringen Prozentsatz der Anwender betreffen. Die W3-Organisation hat erst in der HTML-4-Version Frames zum Standard erklärt. Allerdings kann mit dem NOFRAMES-Befehl eine Programmierung in der Weise optimiert werden, daß auch Browser ohne Frame-Unterstützung auf alle relevanten Daten Zugriff erhalten. Dies ist aber mit erhöhtem Programmieraufwand verbunden.

Bei der Programmierung – vor allem wenn mehrere Frames benutzt werden – können sich leicht Fehler einstellen. Dies ist durch die Beschränkung auf 2-3 Frames und peinliche Beachtung der Programmieranweisungen für Frames aber in den Griff zu bekommen.

Bei einigen Browsern, insbesondere Opera, kann es Schwierigkeiten beim Umsetzen der Aktualisierung geben. Bei aktiviertem Frameset springt der Browser dann unter Umständen immer auf die erste im Frameset angegebene Datei und zeigt nicht mehr die gerade aktualisierte Seite an. Diese müssen Sie wieder extra annavigieren.

Bookmarks/Lesezeichen können nicht für einzelne Seiten benutzt werden. Im Browser wird nur der Titel des Framesets angezeigt und nicht die einzelnen Seitentitel.

Das Adressfeld des Browsers bleibt ziemlich nichtssagend, weil dort immer nur der Name der Frameset-Datei angegeben ist und niemals der Name der aufgerufenen Datei. Zum Beispiel wäre ständig „http://www.meinehomepage.de/frame.htm“ sichtbar, auch wenn auf die Seiten „http://www.meinehomepage.de/fotos.htm“ oder „http://www.meinehomepage.de/freunde.htm“ gewechselt wird.

Das gleiche gilt für die Seitentitel, die durch den TITLE-Befehl festgelegt werden und die dann jeweils ganz oben im Browser angezeigt werden. Wenn Sie meine Seiten mit einem Navigationsframe betrachten, sehen Sie ständig den Titel aus dem Frameset: „HTMLBASIS – Die Basis zur Homepageprogrammierung“ und eben nicht den auf dieser Seite angegebenen Titel „HTML: Frames-Problematik“.

Wenn Sie Suchroboter benutzen, sind Sie vielleicht auch schon mal auf Seiten gestoßen, die total isoliert vom Rest der Homepage sind. Das liegt eigentlich immer daran, daß diese Seiten normalerweise Bestandteil eines Framesets sind. Auf die Navigationselemente kann ein Quereinsteiger nämlich nicht zugegreifen, weil die in einem anderen Bereich des Framesets liegen. Auch wenn Sie der restliche Inhalt noch so brennend interessiert, Sie kommen nicht hin. Wenn Framesets eingesetzt werden, sollte daher auf jeder Seite mindestens ein Link zur eigentlichen Homepage angeboten werden, am besten zur Startseite oder auch zu einem Inhaltsverzeichnis.

Ein Nachteil, der sich auch andererseits als Vorteil erweisen kann, ist vielleicht beim Ausdruck einer Seite festzustellen. Eventuell kann nämlich nur jeder einzelne Frame für sich ausgedruckt werden. Man kann sich vorstellen, daß das Druckergebnis sich doch sehr von dem „Gesamtkunstwerk“ unterscheidet, das auf dem Bildschirm zu bewundern ist, wenn auf einmal verschiedene Frames ausgeblendet werden. Dies kann sich allerdings auch wieder vorteilig auswirken. So wird z.B. ein Inhaltsverzeichnis-Frame oder ein Frame mit Werbung nicht jedes Mal mit ausgedruckt.

Ähnliches gilt für das Abspeichern von Frame-Seiten. Dies kann sich nämlich als komplizierter Vorgang entpuppen, je nachdem welcher Browser Ihnen zur Verfügung steht.

Problematisch sind auch Links auf Frameseiten, weil man normalerweise die einzelnen (Unter-) Seiten eben nicht so einfach verlinken kann. Mit diesem Problem haben auch einige Suchmaschinen zu kämpfen.

Eventuell funktioniert der Back/Zurück-Button nicht mehr wie gewohnt innerhalb eines Framesets. Mit entsprechender Programmierung dürfte eine vernünftige Navigation aber zu realisieren sein.

Wenn man innerhalb des eigenen Framesets auf fremde WWW-Seiten linkt, schmückt man sich gewissermaßen mit fremden Federn. Die Fremdseite wird zum Gefangenen der eigenen Homepage. Mit einer entsprechenden Programmierung mit JavaScript kann sich die Fremdseite allerdings befreien. Außerdem sollte man fairerweise dem Nutzer auf der eigenen Seite die Möglichkeit bieten, das Frameset abzuschalten. Dies ist auch deshalb von Nutzen, weil die Fremdseite vielleicht ihrerseits mit Framesets arbeitet. Der Bildschirmbereich wird also u.U. ziemlich unübersichtlich.

Es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb bei der Darstellung von Fremdseiten im eigenen Frame Vorsicht geboten ist. Und das ist ein juristischer Aspekt. Nach einer Entscheidung des Landgerichts Hamburg (Urteil vom 22.2.2001, Az.: 3 U 247/00) kann das nämlich unzulässig sein. Wie das bei den Juristen so ist, gibt es dazu aber auch konträre Meinungen. Letztlich wird natürlich immer der konkrete Fall überprüft werden müssen.

Verzichten Sie also am besten auf diese Art der Gefangennahme und versuchen Sie lieber, den Homepagebesucher durch gute Inhalte gefangen zu nehmen. Das erfreut nämlich Gastgeber und Gast gleichermaßen.

 

Ein Kompromiss

 

Eine gute Alternative, die ich auch selbst auf meiner Homepage benutze, besteht darin, die „fremde“ Webseite in einem neuen Browserfenster zu öffnen. Dort kann dann nach Lust und Laune herumgesurft werden. Und doch kann zu jeder Zeit auf das „alte“ Browserfenster (also meine Homepage) zurückgegriffen werden. Außerdem gebe ich dem User die Möglchkeit, nach Belieben das Frameset ein- und auszuschalten.

Wenn Sie Frames verwenden, sollten Sie also folgende Tips in Ihre Überlegungen einbeziehen:

  • Ein- und Ausschalten eines Framesets ermöglichen
  • Fremde Seiten unbedingt in einem eigenen Fenster öffnen
  • Hinweistext und Link auf der Startseite für nicht framefähige Browser einbauen
  • Obwohl es möglich ist, sollte das Scrolling von Frames nicht abgeschaltet werden
  • Sinnvolle und nicht zu viele Frames verwenden
  • Auf allen Seiten einen Link zur restlichen Homepage anbieten
Wir freuen uns auf Ihr Projekt. Kontaktieren Sie uns!
Kostenlose Erstanalyse

Beratung vereinbaren