Ok Google:

07.07.2017

Die Entwicklung von künstlicher Intelligenz ist im vollen Gang: Social Bots und persönliche Assistenten, die auf die Bedürfnisse von Kunden und Nutzern genau eingehen, sind in unserem digitalen Alltag schon längst integriert. Das Sprechen mit dem Smartphone oder anderen technischen Geräten löst heute keine Verwunderung mehr aus. Doch wie kann man im Online-Marketing die schöne neue Welt für sich nutzen?

Ganz gleich, ob Sie Ihr Smartphone mit dem Wort Siri oder Ok Google aktivieren, um eine Antwort zu erhalten: Die Intelligenz des Algorithmus der Sprachsuche wird immer umfangreicher. Spätestens mit der Einführung von Alexa durch den Versandriesen Amazon hat die Kommunikation mit Maschinen ein neues Level erreicht. Shoppen, der neueste Wetterbericht, Navigieren und vieles mehr kann durch den bloßen Einsatz eines Sprachbefehls gesteuert oder abgerufen werden. In vielen Situationen des Alltags ist uns die Sprachsteuerung inzwischen behilflich und erleichtert das Leben.

Schon seit Jahren steigt die Anzahl der Sprachsuchen auf dem Smartphone kontinuierlich – mit dem Einzug von Geräten wie Google Home, Amazon Echo und nun dem HomePod von Apple wird sich diese Zahl jedoch noch einmal deutlich nach oben orientieren. Die Begriffe Machine Learning oder Artificial Intelligence sind von jetzt an also keine Zukunftsmusik mehr, sondern in vollem Umfang in unserer Realität angekommen.

Was ist eine sprachbasierte Suchanfrage?

Im Allgemeinen definiert man eine sprachbasierte Suchanfrage als Befehlseingabe per Stimme, die ein Gerät steuert. Zusätzlich kann die Sprachsteuerung ein Teil des Personal Assistants auf dem Smartphone, der Smartwatch oder einem anderen technischen Gerät sein. Diese Art der Suche ist demnach eine sprachgesteuerte Suche, die sich auf Informationen im Web bezieht, die über eine Suchmaschine bereitgestellt werden. Zusätzlich gibt es auch die dialogorientierte Sprachsuche, die im jeweiligen Kontext bleibt und auf weiter folgende Fragen intelligent reagiert. In solch einem Fall spricht man von einer künstlichen Intelligenz.

Was unterscheidet die Sprachsuche von der herkömmlichen Suche?

Die Sprachsuche über persönliche Assistenten wie Siri oder Google sind in der Regel deutlich von den Suchanfragen auf textueller Basis zu unterscheiden. Statt nur wenige Wörter bei der Suche nach Informationen zu verwenden, nutzt der User komplexe Fragekonstruktionen. Die Suchanfragen werden im Bewusstsein des Users nicht an eine Maschine, sondern an eine reelle Person gerichtet und sind wie bei einer Konversation mit einem Menschen aufgebaut. Deswegen sind Stoppwörter, die vormals bei der SEO-Analyse keine so große Rolle spielten, nun die Regel.

Zusätzlich vereinfacht es die Analyse der Kaufintention von Nutzern. Durch die Verwendung von vollständigen Sätzen können mehr Informationen genutzt und die Keyword-Recherche darauf aufgebaut werden. Zusätzliche Informationen wie Standort, IP-Adresse und weitere Profildaten wie Alter, Geschlecht sowie Adresse bieten ein enormes Analyse-Potenzial und eine ideal ausgerichtete Zielgruppenansprache.

Folgende Elemente werden bei der Spracheingabe von Google außerdem ausgewertet:

  • Klang der Stimme
  • Aussprache von Wörtern und Wortgruppen
  • Aktivitätswort „Ok Google“
  • Spracherkennung in allen Produkten von Google insgesamt (YouTube, Gmail, Google Maps und weitere Apps)

Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung

Auf die Suchmaschinenoptimierer und Webseitenbetreiber kommen neue Herausforderungen zu, da sich das Suchverhalten von Nutzern bei der sprachbasierten Suche nach Produkten und Informationen grundlegend ändern wird. Die bisherige Konzentration auf einige wenige Wörter bei der Keyword-Recherche wird sich zu einer Analyse von komplexen Phrasen und Fragestellungen ändern. Auch wird der Content einer Website von den Algorithmen noch genauer untersucht, um dem Nutzer das bestmögliche Ergebnis zu liefern. Für Webseitenbetreiber ist das Bereitstellen von hervorragenden Inhalten in Zukunft also noch wichtiger als je zuvor.

Auch die Länge des Contents findet bei der sprachbasierten Suche eher Beachtung. Wenn Antworten kurz und prägnant auf einer Website zu finden sind, ist das für Google ein wertvollerer Inhalt als langatmige Sätze, die womöglich undeutliche Antworten liefern. Dennoch dürfen die Inhalte auf Webseiten in Zukunft nicht nur aus rudimentären Wortgruppen und zusammenhangslosen Sätzen bestehen: Gut leserliche Inhalte, die Informationen in konzentrierter Form bereitstellen, werden die Gewinner in den Ergebnislisten der Suchmaschine sein.

Zusätzlich ist die Optimierung für mobile Geräte ein entscheidender Faktor. Schließlich werden viele Suchanfragen per Smartphone von unterwegs aus gesendet und deshalb sicher auch in Zukunft das entscheidende Instrument für „Voice Search“ sein. Mobile und lokale Sprachsuchen bilden hierbei eine eng verbundene Kombination, da viele Nutzer über das Handy das nächstgelegene Café oder die Tankstelle in der Nähe suchen. Ein Eintrag auf „Google My Business“ ist demnach für Unternehmen Pflicht, wenn sie gefunden werden möchten.

Chancen für die Nutzer

Eine sprachbasierte Suche birgt weit mehr Vorteile als Nachteile: Die semantische Suche kann individuelle und besonders komplexe, aber auch präzise Ergebnisse liefern. Die Interaktion mit dem Smartphone wird durch Spracheingaben vereinfacht. Vor allem bei bestimmten Tätigkeiten – wie dem Autofahren – erweist sich die Sprachsuche als nützliches Hilfsmittel. Zudem werden persönliche Assistenten stets intelligenter und können das alltägliche Leben des Nutzers verbessern. Mit den immer beliebter werdenden Home-Geräten werden Sprachbefehle auch im eigenen Zuhause zu einem nützlichen Tool, mit dem Licht, Musik und viele weitere Automatismen bequem und einfach gesteuert werden können. Auch in Hinblick auf ein barrierefreies Internet bietet die Sprachsuche dem Nutzer Vorteile: Menschen mit einer Rechtschreibschwäche oder einer körperlichen Behinderung können so zielgerichtete Anfragen durchführen und die gewünschten Ergebnisse erhalten.

Potenziale für Unternehmen

Vor allem im Bereich local SEO können Unternehmen von der Sprachsuche profitieren. Mit den bei Google angezeigten Bewertungen zu Ihrem Geschäft, können Sie Kunden gewinnen und Ihre Umsätze deutlich ankurbeln. Nutzer erhalten so die Ergebnisse, die aufgrund einer Lokalisierung per GPS relevant sind und können direkt den vorgeschlagenen Ort besuchen. Davon profitieren regionale Anbieter von Produkten und Dienstleistungen doppelt: Zum einen steigen die Sichtbarkeit und der Traffic auf der Website und zum anderen werden wertvolle Umsätze durch den Besuch des Ladenlokals generiert.

Ausblick und Fazit

Eine sprachbasierte Suche wird in Zukunft für uns wichtiger werden und immer besser funktionieren. Smarte Geräte wie Lautsprecher, die unseren Alltag durch Spracheingaben komfortabler machen, sind schon heute ein fester Bestandteil vieler Haushalte. Per Befehl können so die nächsten Einkäufe oder der kommende Kinobesuch bequem von Zuhause aus organisiert werden. Über multiple Konten haben alle Familienmitglieder die Möglichkeit, Freizeitaktivitäten gemeinsam zu planen. Bisher sind noch nicht alle Funktionen wie in den USA bei Google, Cortana oder Amazons Alexa verfügbar. Allerdings setzen inzwischen immer mehr Hersteller von smarten Geräten auf eine Sprachsuche und die Entwicklung in den nächsten Jahren wird rasant zunehmen.

Dementsprechend ist eine professionelle Suchmaschinenoptimierung für jede Website Pflicht. Mit aussagekräftigen Longtail-Keywords und einer hohen Qualität der Inhalte sind Sie auf jeden Fall für eine gute Auffindbarkeit gerüstet. Für die Zukunft muss sich jedoch auch noch herausstellen, wie sich die Ergebnisse der sprachbasierten Suche verändern werden. Zusätzlich stellt sich die Frage, wie Google mit den bezahlten Suchmaschinenergebnissen umgehen wird. Vorstellbar wäre eine Lösung, die auch Werbeanzeigen beinhaltet, ähnlich wie es bei YouTube gelöst ist.

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