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    Google Analytics 4 vs. Matomo: Welches Tool verspricht mehr Sicherheit?

    02. Juni 2022
    7 min
    Nicole Krahl
    Head of
    Data Analytics

    Die Diskussion um ein rechtssicheres Tracking in der EU reißt nicht ab. Die Datenschutzbeauftragten aller europäischen Länder befassen sich mit den Aktivitäten von Google Analytics und machen auch vor GA4 nicht halt.

    Eines vorweg: Tracking und Analyse von allen Website-Maßnahmen sind zwingend notwendig, um nachzuverfolgen, was gerade passiert. Damit lassen sich aktuelle Kennzahlen herauslesen und Optimierungsmöglichkeiten erkennen. Doch welches Tool macht dies möglich, ohne als Verantwortlicher mit Anwaltspost rechnen zu müssen? Was dürfen Webseitenbetreiber überhaupt noch? Und wann ist die Grauzone überschritten? Das Rätselraten um das beste Tracking-Tool geht weiter, jedoch hat Matomo einiges an Sympathien gewonnen.

    Wir zeigen die Problematik und Unterschiede auf und stellen gleichzeitig Matomo Analytics vor.

    Das ist das neue Google Analytics 4

    Das Ansehen von Google Analytics ließ in den letzten Monaten zu wünschen übrig. Fehlende DSGVO-Konformität und das Nicht-Respektieren der Nutzerprivatsphäre führten in der EU bereits zu einer Geldstrafe. Google Analytics 4 setzt mit der Neuausrichtung nun nicht mehr ausschließlich auf Cookies und anonymisiert automatisch die IP-Adressen.

    Entgegen den Vorgänger-Versionen funktioniert GA4 auch auf allen Endgeräten – Desktop und mobil. Ereignisbasierte Messdatenmodelle bringen neue KPIs hervor. Die bisher so wichtige Bounce Rate wird nunmehr als irrelevant angesehen und fällt aus dem Raster.

    Durch die Einführung von GA4 haben Webseitenbetreiber jetzt einige Vorlaufzeit, um ihr Trackingsystem zu wechseln. Spätestens Mitte 2023 gibt es keinen Zugriff mehr auf die historischen Daten, Analysen funktionieren nicht rückwirkend. Grund genug, dass jeder, der es weiterhin nutzen möchte, eher früher als später auf das neue GA4 umstellt.

    Der juristische Status quo von Google Analytics

    Über das Tracking-Tool wurde in den vergangenen Wochen viel diskutiert, eines ist dabei sicher: Google Analytics entspricht nicht der aktuellen DSGVO, die auf europäischen Vorschriften aufbaut. Unter anderem die Speicherung der personenbezogenen Daten auf amerikanischen Servern und die fehlende Anonymisierung der IP-Adressen sind nicht DSGVO-konform. Google Analytics 4 hat einige dieser Punkte angepasst, jedoch noch nicht zur vollsten Zufriedenheit der Datenschutzexperten.

    Das Dateneigentum ist eines der größten Güter unserer Zeit, die es zu beschützen gilt. Und vor allem beim Webtracking können Seitenbetreiber auch andere Wege einschlagen.

    Google Analytics 4 vs. MatomoWebanalysen mit Matomo: eine sichere Alternative?

    Matomo – das bis 2018 unter dem Namen Piwik bekannt war – ist ein Analysetool für das Webtracking, das seit der Kritik an Google Analytics immer häufiger zum Einsatz kommt. Der größte Pluspunkt ist die DSGVO-Konformität. Matomo ist ein OpenSource-Tool und kann damit individuell auf den eigenen Servern zu Analysezwecken genutzt werden. Dabei sind die Anforderungen des Hostings von den Zugriffszahlen auf die Website abhängig.

    Alle Daten, die mit Matomo gesammelt werden, verbleiben auf den Servern des eigenen Unternehmens – die Webseitenbetreiber können in Eigenregie den Umfang und Nutzen festlegen. Mehr als 30 Grundfunktionen stehen dabei zur Auswahl. Neben den personenbezogenen Daten besteht die Möglichkeit, auch Informationen zum Nutzerverhalten zu tracken. Das Tool ist kostenfrei nutzbar und stellt eine sichere Alternative im Rahmen der DSGVO dar, für erweiterte Analysen ist ein kostenpflichtiges Plug-in notwendig. Webseitenbetreiber befürworten den Umstieg, auch wenn nicht alle Funktionen von Google Analytics anschließend zur Verfügung stehen. Jedoch überwiegen die Vorteile der Datenschutzfreundlichkeit.

    GA4 vs. Matomo: Tracking-Tools gegenübergestellt

    Objektiv betrachtet, haben beide Tools ihre Vor- und Nachteile. Die reine Leistungsstärke ist nicht nur von der datenschutzrechtlichen Seite zu betrachten. Wir haben beide Messwerkzeuge hinsichtlich der wichtigsten Kriterien beurteilt.

    Analyseberichte

    Beide Tools liefern umfangreiche Auswertungen zum Nutzerverhalten und der verwendeten Hardware. Die Angaben lassen sich in Echtzeit abrufen. Beide Tools ermöglichen zudem die Integration von Google Ads. Bing Ads kann jedoch nur Google Analytics 4 verarbeiten. Idealerweise erlauben beide Tools auch die Verwertung von mehreren unterschiedlichen Websites. Zusätzlich liefert Matomo weitere Informationen zur Medien- und Formularnutzung sowie Heatmaps zu den einzelnen Sitzungen.

    Datenverarbeitung und -speicherung

    Wie bereits erwähnt, ist mit Matomo die Datensicherung auf dem unternehmenseigenen Server oder in der europäischen Cloud-Version möglich. Durch das Hosting bleibt die Datennutzung dem Webseitenbetreiber vorenthalten. Damit ist eine DSGVO-konforme Verwendung gewährleistet. Google Analytics 4 nutzt für die Informationssammlung immer noch außereuropäische Server, die nicht dem geltenden EU-Recht unterliegen. Somit ist die Verwendung der Daten fremdbestimmt und die Sicherheit der Privatsphäre nicht gegeben.

    Cookieverwendung

    Die gute Nachricht: Matomo verwendet grundsätzlich nur Erstanbieter-Cookies. Nutzer, die es wünschen, können auch die der Drittanbieter aktivieren. Google Analytics 4 handelt genau umgekehrt, hier muss eine aktive Abwahl erfolgen. Die gespeicherten Daten von Matomo lassen sich für Geschäftsentscheidungen abrufen, aber nicht für Werbezwecke einsetzen.

    Warum wir dafür brennen

    Google Analytics 4 ist nicht alternativlos. Mit Matomo ist ein großer Player im Spiel, der hinsichtlich der Analysen sehr nah an den bisherigen Marktführer aufschließt. Mittlerweile verwenden schon mehr als 15 % aller Webseiten das Tracking über Matomo – Tendenz steigend.

    Datenschutz ist für das Online-Business verpflichtend, aber auch die Datenanalyse bleibt unverzichtbar. Dank der hohen Skalierbarkeit der Auswertungsoptionen kann Matomo mit Google Analytics mithalten und bietet zudem interessante Zusatzfunktionen.

    Je nachdem, was die Diskussion über Google Analytics 4 zukünftig ergibt, ist Matomo definitiv ein Analysetool, mit dem der permanente Umstieg ohne Wissensverlust gelingt. Auch wir sind in unserem Arbeitsalltag auf Auswertungen angewiesen, um dem Kunden die bestmöglichen Potenziale aufzuzeigen. Dabei haben wir erkannt, dass Matomo eine sichere Alternative darstellt, und können einen Wechsel empfehlen.

    Über den Autor

    Nicole Krahl

    Nicole ist Expertin für Data Analytics und in der Welt von Webtracking, DSGVO und Datenanalysen zu Hause.

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