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    Jappy: eine relevante Social-Media-Plattform?

    Stand: 16.06.2022

    Jappy ist ein Onlinenetzwerk, das bereits seit 2001 existiert. Der Fokus der Plattform liegt hauptsächlich auf dem deutschsprachigen Raum. Zuerst war die Kombination aus Flirt-App und sozialem Netzwerk sehr erfolgreich: Im Jahr 2008 zählte Jappy bereits eine Million Mitglieder. In den letzten Jahren gingen die Mitgliederzahlen allerdings stark zurück. Mittlerweile hat das Netzwerk zwischen erfolgreichen Social-Media-Konkurrenten wie Instagram, Twitter und Facebook kaum mehr Relevanz.

    Woher kommt Jappy?

    Die damals noch studierenden Christian Wimmer und Matthias Vogl haben zunächst die Online-Flirtplattform „singletreffen.net“ entwickelt, aus der „Jappy.tv“ und schließlich „Jappy.de“ wurde. Das Netzwerk wuchs schnell: Mit über 100 000 Mitgliedern im Jahr 2006 wandelten es die Gründer in eine GmbH um.

    2008 erreichte Jappy den Zenit seines Erfolgs: Dank der 2,5 Milliarden Aufrufe im Monat und einer Million Mitglieder gehörte es zu den zehn erfolgreichsten Plattformen Deutschlands. Die GmbH mit den Sitzen in den Kreisen Passau und Regensburg lag mit der Verweildauer pro Besucherin und Besucher auf Platz zwei, also noch vor Facebook.

    Wer ist Mitglied bei Jappy?

    Jappy ist kostenfrei und finanziert sich durch Werbung. Alle Nutzerinnen und Nutzer ab 14 Jahren können sich unter www.Jappy.de mit einem Nickname, also einem Pseudonym, registrieren und ein Profil erstellen. Bei Minderjährigen müssen die Erziehungsberechtigten zustimmen.

    Für ein schnelles und einfaches Netzwerken schlägt die Plattform eine Auswahl an Profilen vor, zu denen die Userinnen und User Kontakt aufnehmen können. Durch voreingestellte Filter der Nutzerinnen und Nutzer unter 18 Jahren sind die Vorschläge zur Kontaktaufnahme auf dieselbe Altersspanne begrenzt.

    Seit 2012 ist es möglich, zusätzlich den Vornamen anzugeben. Mit den Privatsphäre-Einstellungen können die Userinnen und User entscheiden, ob sie ihn in ihrem Profil preisgeben. Neben dem Alter basieren die Kontaktvorschläge auf dem Wohnort.

    Welches Angebot gibt es bei Jappy?

    Die Oberfläche von Jappy ist einfach und intuitiv aufgebaut. Die Plattform ist mit unterschiedlichen Funktionen ausgestattet:

    • Vorname oder Pseudonym verwenden
    • Profil mit Profilbild anlegen
    • Emoticons und virtuelle Geschenke versenden
    • optionale Nachrichtenfunktion: flirten
    • chatten mit Chatfunktion
    • Gästebucheinträge schreiben
    • Bilder hochladen
    • Freundeslisten anlegen
    • Plattformintern Mails verschicken

    Außerdem gibt es diese zusätzlichen Features:

    • verschiedene Spiele
    • „Credits“, die Plattformwährung, zum Einlösen und Versenden der Geschenke
    • Gruppen erstellen, verwalten und beitreten
    • Ticker
    • Mitglieder suchen
    • Terminplan verwalten
    • App für Android- oder iOS-Systeme „Jappy Messenger“

    Je aktiver die Nutzerinnen und Nutzer sind, desto besser ist ihr Ranking und desto mehr „Credits“ stehen ihnen zur Verfügung. So können Sie weitere Funktionen freischalten, zum Beispiel die Geschenkoption oder eine bestimmte Darstellung ihres Online-Status. Insgesamt liegt das Angebot von Jappy allerdings weit hinter dem anderer erfolgreichen Social-Media-Plattformen.

    Welche Vorteile hat Jappy?

    In einfachen Schritten registrieren und kostenlos nutzen: Das sind die klaren Vorteile des Netzwerks. Für Jappy spricht außerdem die bunte Gestaltung und übersichtliche Aufteilung. Viele empfinden die Möglichkeit eines Pseudonyms als angenehm.

    Die verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten und die Suchfunktion nutzen zahlreiche Userinnen und User nach wie vor zum Flirten. Jappy bietet allerdings auch ein Netzwerk fernab einer Partnerbörse: Die Mitglieder können ganz einfach alte Freundinnen und Freunde finden und neue hinzugewinnen.

    Gibt es Nachteile bei Jappy?

    Insgesamt ist die Plattform mittlerweile wenig beliebt. Nutzerinnen und Nutzer empfinden das Design als kitschig. Die Mitgliederzahlen von Jappy sind in den letzten Jahren stark geschrumpft. Neben dem Design ist hierfür auch die viele Werbung ausschlaggebend.

    Der Konkurrenz durch andere Social-Media-Plattformen hat Jappy nicht standgehalten: Das Netzwerk stellt kein besseres Angebot zur Verfügung. Nutzerinnen und Nutzer kritisieren außerdem das intransparente Ranking und die damit einhergehende Vergabe der „Credits“: Die Betreiber geben ihre Kriterien nicht preis.

    Im Jahr 2010 kritisierte die Stiftung Warentest die mangelnde Sicherheit und den schlechten Daten- und Jugendschutz. 2013 wurde die Datenbank tatsächlich gehackt und Mitgliederdaten geleakt.

    Die Gestaltung im Comic-Stil spricht vor allem jüngere Nutzerinnen an. Um sie besser zu schützen, erhöhte Jappy 2013 das Mindestalter von zehn auf vierzehn Jahre und fordert seither zur Registrierung eine ausdrückliche Erlaubnis der Erziehungsberechtigten. Durch einen voreingestellten Kontaktfilter können Mitglieder über zwanzig Jahre keinen Kontakt zu Minderjährigen aufnehmen. Da die eigenen Einstellungen allerdings ganz einfach verändert werden können, handelt es sich hierbei um keine sichere Schutzfunktion.

    Trotz vielfacher Überarbeitungen und mehrerer Versionen kann die aktuelle Fassung von 2015 den alten Erfolg nicht wiederbeleben. Von 2013 bis 2018 haben sich über eine Million Mitglieder von Jappy abgemeldet. 2018 lag die insgesamte Useranzahl bei unter 300 000.

    Onlinemarketing mit Jappy

    Für Strategien des Onlinemarketings eignet sich Jappy aufgrund der niedrigen Nutzerzahlen in nur seltenen Fällen. Das Bespielen dieses Kanals lohnt sich nur bedingt. Durch die jungen Nutzerinnen und Nutzer wird mit der Plattform nur eine eingeschränkte Zielgruppe erreicht. Onlinemarketing-Expertinnen und Experten sind in der Lage, Kosten und Nutzen realistisch einzuschätzen.

    Über den Autor
    Arne Chananewitz
    Arne Chananewitz ist Head of SEO der Löwenstark Online-Marketing GmbH. Als gelernter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung schlägt sein Herz für Blogs, SEO, Games und Hardware.

     

     

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