Pogo Sticking

Wenn der Webseitenbesucher nicht das findet, wonach er gesucht hat, und sofort wieder zu Google zurückkehrt, um auf das nächste Ergebnis zu klicken, spricht der SEO vom Pogo Sticking. Die Bezeichnung für das Nutzerverhalten leitet sich vom Pogo Stick her: Der Hüpfstab mit Haltegriff, Fußrasten und Metallfedern ist das Sport- und Spielgerät für schnelle Sprünge zwischen A und B. Auf dieser Seite erfahren Sie, was Pogo Sticking im Detail ausmacht, was es für die SEO bedeutet und warum es nicht mit der klassischen Absprungrate verwechselt werden darf.

Was bedeutet der Begriff Pogo Sticking?

Der Begriff Pogo Sticking fasst das Klickverhalten des Nutzers zwischen mehreren Websites zusammen. Das Verhaltensmuster basiert auf den SERPs. Wie beim Sport mit einem Pogo Stick springt der Internetnutzer zum ersten Ergebnis, zurück zur Ergebnisliste, zur nächstbesten Seite, wieder zurück und so weiter. In dieser Form fährt der Suchende so lange fort, bis er auf eine informative Seite stößt, auf der er eine Antwort auf sein Anliegen findet.

Sucht der Nutzer beispielsweise Wissenswertes über Pogo Sticking, gibt er diesen Suchbegriff in der Suchmaschine Google ein. Nach dem Klick auf das oberste Suchergebnis stellt er schnell fest, dass es dort gar nicht um das Klickverhalten, sondern den Hüpfstab geht und kehrt zu den SERPs zurück. Er besucht die auf der zweiten Position gelistete Webseite, wo seine Suchintention ebenfalls nicht befriedigt wird. Wieder gelangt er mit einem Klick zurück zu Google, um eine weitere Ergebnisseite aufzurufen, die ihm möglicherweise die gewünschten Informationen vermittelt.

Das Hin und Her im Verhaltensmuster ist eindeutig für Pogo Sticking. Als alternative Bezeichnung hat sich im englischen Sprachraum auch Hub and Spoke Pattern etabliert. Die Einstiegsseite der SERPs bildet der Hub als zentraler Knoten. Die Spokes sind die angeklickten Unterseiten, die wie Speichen wieder zurück zum Hub führen.

Welchen Einfluss hat Pogo Sticking auf die Wahrnehmung einer Seite?

Pogo Sticking gilt als Indiz für eine schlechte Internetseite mit irrelevanten Inhalten und als negatives Signal für Suchmaschinen. Je mehr Nutzer auf das Ergebnis klicken und dann wieder zu den SERPs zurückgehen, desto negativer schlägt sich das Verhaltensmuster auf das Ranking nieder. Wer eine Seite schnell wieder verlässt, um direkt eine weitere zu demselben Keyword zu besuchen, hat offensichtlich nicht das gefunden, was er gesucht hat. Der Informationsmangel hat nicht nur zur Folge, dass der Nutzer unzufrieden ist, sondern bedeutet zudem, dass die Suchmaschine die Seite schlecht bewertet und im Ranking abstraft.

Wie lässt sich Pogo Sticking vermeiden?

Wer eine Webseite betreibt und feststellt, dass die Verweildauer sehr niedrig und die Absprungrate (Bounce Rate) sehr hoch ist, hat ein Problem mit Pogo Sticking. Einem schlechter werdenden Ranking kann jedoch entgegengewirkt werden – und mit den passenden Maßnahmen lässt sich Pogo Sticking von Anfang an vermeiden. Als Grundlage für eine gute User Experience müssen relevante und informative Seiteninhalte erstellt werden. Guter Content bringt den Nutzer dazu, länger zu verweilen, wenn er findet, was er gesucht hat. Allerdings sind regelmäßige Updates wichtig, um ein Thema aktuell zu halten.

Eine weitere sinnvolle Methode, um Pogo Sticking vorzubeugen, ist die Stärkung von internen Verlinkungen. Um den Nutzer längerfristig auf der Seite zu halten und mehr Tiefe zu generieren, eignen sich die Links auf weitere Unterseiten gut. Zudem sollten der Meta Title und die Meta Description immer auf den Inhalt der Seite ausgerichtet sein. Nur so lässt sich verhindern, dass Nutzer eine falsche Vorstellung vom Seiteninhalt bekommen und vom tatsächlichen Content enttäuscht werden. Außerdem müssen auch die Ladezeiten und das Design optimiert werden, um die bestmögliche Nutzererfahrung schaffen zu können.

Top 5 Tipps für bessere Websites und weniger Pogo Sticking auf einen Blick:

  • relevanten Content erstellen
  • regelmäßige Updates durchführen
  • interne Verlinkungen stärken
  • Meta-Angaben auf Inhalt der Seite ausrichten
  • Usability und Ladezeiten optimieren

Zusammenhang und Unterschied zwischen Pogo Sticking und Absprungrate

Die Bounce Rate kennzeichnet Nutzer, die eine Internetseite ohne eine weitere Aktion wieder verlassen. Sie klicken also weder auf eine Unterseite, noch folgen sie einem internen Link oder füllen ein Formular aus. Je mehr Besucher keine zusätzliche Aktivität durchführen, desto höher ist die Absprungrate. Ein solches Verhalten spricht nicht immer für Unzufriedenheit. Denn relevante Inhalte können auch direkt auf der ersten Seite gefunden werden. Ist das Informationsbedürfnis befriedigt, beendet der Nutzer seinen Suchprozess und verlässt die Website. In einer entsprechend hohen Time on site (Verweildauer) schlägt sich jedoch nieder, dass der Content relevant ist, was dem Pogo Sticking deutlich widerspricht.

Eine Möglichkeit, das Pogo Sticking zu minimieren, liegt darin, die Absprungrate zu reduzieren. Dafür ist es notwendig, Seiten mit hoher Absprungrate zu filtern und auf Grundlage einer Problemanalyse zu optimieren. Während bei einer reinen Informationsseite der Content zu oberflächlich oder schlecht aufbereitet sein kann, liegen die Gründe für Pogo Sticking bei Onlineshops beispielsweise in eingeschränkten Zahlungsmöglichkeiten, zu teuren oder minderwertigen Produkten.

Über den Autor

Arne Chananewitz
Arne Chananewitz

Arne Chananewitz ist Head of SEO der Löwenstark Online-Marketing GmbH. Als gelernter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung schlägt sein Herz für Blogs, SEO, Games und Hardware.