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Arne Chananewitz

Arne Chananewitz

Head of Search Engine
Optimization (SEO) Braunschweig
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    Die Metasuchmaschine Ixquick

    Stand: 26.07.2022

    Die Suchmaschine Ixquick existierte bis zum Jahr 2018. Sie wurde im Jahr 1998 entworfen und ist US-amerikanischen Ursprungs. Ab 2000 übernahm die Surfboard Holding B.V. die Verantwortung und führte sie 2016 mit der Suchmaschine Startpage zusammen. Nur zwei Jahre nach dieser Fusion wurde das Projekt beendet. Das Besondere an Ixquick war es, dass keine benutzerbezogenen Daten gespeichert wurden.

    David Bodnick entwickelte die Suchmaschine in New York City 1998. Der spätere Eigentümer, die Surfboard Holding, ist in den Niederlanden in Den Haag ansässig.

    Nutzerdaten schützen

    Der Ansatz des Datenschutzes sollte Missbrauch und Nachverfolgung verhindern. Alle Nutzerdaten wurden nach maximal 48 Stunden gelöscht und in dieser Zeit lediglich für anonymisierte Statistiken benutzt. Der Schutz der Identitäten ihrer Nutzer war von Beginn an Firmenphilosophie von Ixquick.

    Dazu gehört auch, dass in der Regel alle Anfragen aus den USA auf US-Servern und Suchanfragen aus Europa auf europäischen Servern abgewickelt wurden. Diese Trennung hat eine große Bedeutung, da wegen des „Patriot Acts“ der USA prinzipiell alle Daten auf US-Servern ab 2001 hätten eingesehen werden können. Das Gesetz entstand im Zuge der Reaktionen auf 9/11 im Jahr 2001.

    CIA und FBI konnten Anfragen stellen und sich Daten von US-Servern sichern. Solche Überprüfungen durch US-Behörden mussten von US-Firmen geheim gehalten werden, während eine Firma aus Deutschland oder in diesem Fall den Niederlanden Zugriffe veröffentlichen konnte.

    Technische Umsetzung

    Im Zusammenhang mit Ixquick fällt immer wieder der Begriff „Metasuchmaschine“. Er geht darauf zurück, dass bei der Suche nach einem Begriff auf verschiedene Suchmaschinen gesetzt wurde. Alle Suchmaschinen, die daran beteiligt waren, konnten dank Ixquick ihrerseits jedoch keine Informationen über die Nutzer abfragen. Ixquick sorgte dafür, dass die User Zugriff auf das Wissen vieler Suchmaschinen hatten und dabei völlig anonym blieben.

    Die Suchmaschine setzte auf das besonders sichere POST-Verfahren. Browserverlauf oder Chaches bleiben trotz Anfrage unberührt und damit clean. Ixquick hat frühzeitig selbstständig das Protokoll von „http“ auf „https“ gesetzt und für Datenanfragen eine SSL-Verschlüsselung als Standard benutzt. Wer nicht auf den Verzicht der Erfassung der IP-Adresse vertraut, konnte als Benutzer außerdem einen Proxy-Server nutzen.

    Um auf die Verwendung von etlichen weiteren Suchmaschinen zu referieren, zeigten Sternchen an den Suchergebnissen an, bei wie vielen Mitbewerbern eine empfohlene Seite unter den TOP 10 der Suchergebnisse lag.

    Auszeichnung

    Da Ixquick besonders hohe Ansprüche an die Datensicherheit stellte, wurde es 2008 mit dem ersten Datenschutzsiegel „EuroPriSe“ ausgezeichnet. Die Verleihung übernahm der Beauftragte der EU Peter Hustinx (Niederlande). Später kam die Auszeichnung mit der Bestnote für Datensparsamkeit hinzu.

    Zu den Sicherheitsmaßnahmen im Interesse der Nutzerinnen und Nutzer gehörte außerdem:

    • kein Tracking
    • keine Cookies
    • kein Speichern der IP-Adresse

    Datensicherheit ist heute ein riesiges Thema und erhielt 2013 durch die Offenlegung von Datenlecks durch Edward Snowden großen Zulauf. Die Seite Startpage.com konnte in dieser Zeit eine Verdopplung der monatlichen Nutzer registrieren. Die Menschen wollten sich der global ausgerichteten Spionage- und Überwaschungsagenda einiger Staaten entziehen.

    Bis März 2016 wurden Startpage und Ixquick gleichzeitig betrieben. Nach der Zusammenführung übernahm Startpage.com die alleinige Betreuung der Besucher. Der Ixquick-Support endete kurze Zeit später komplett. Ziel der Vereinheitlichung war eine Bündelung der Energien, um weitere Features und Sicherheitsprodukte für die Suchmaschine zu entwerfen.

    Wirtschaften mit fairer Werbung

    Um den nutzerfreundlichen Ansatz der Surfboard Holding B.V. zu verstehen, muss zuerst ein Blick zurück auf herkömmliches Marketing geworfen werden. Unternehmen, die über Cookies, Suchbegriffe und mehr Informationen zu den Nutzern sammeln, verwenden Werbung, die darauf abzielt. Dabei kann es sich um frühere Suchbegriffe, die Location und eventuell besuchte Webseiten handeln. Das Marketing ist breit gefächert und die Anzeigen funktionieren nach dem Prinzip: verhaltensbasierte Werbung.

    Der transparente Ansatz hingegen verzichtet in Gänze auf zusätzliche Informationen, da diese erst gar nicht über den Nutzer erfasst werden. Das Marketing richtet sich einerseits an den exakten Suchbegriffen aus — dabei wird von kontextbasierter Werbung gesprochen.

    Andererseits sollen über den guten Ruf und die nutzerfreundlichen Datenschutzrichtlinien Empfehlungen und Mundpropaganda zur Verbreitung und damit Erfolg führen. Gezielte Marketing-Kampagnen unterstützen diesen Kurs.

    Eigenbeschreibungen:

    • „Ixquick — die leistungsstärkste Metasuche der Welt“
    • „Ixquick — die diskreteste Suchmaschine der Welt“

    Was kann gesucht werden?

    Von Google ist eine Aufgliederung der Suchergebnisse nach Seiten, Bildern, Videos (Quelle Youtube), Shopping und Maps bekannt. Ixquick hat auf Webseiten, Bilder- und Videoergebnisse gesetzt, die durch eine gezielte Abfrage internationaler Telefonnummern ergänzt wurde. Beim Suchen ist es dem User möglich, diverse Filter zu setzen und die Wunschergebnisse so einzugrenzen oder zu kategorisieren. Einige Beispiele dafür sind der Jugendfilter und eine Landessprache.

    Um die eingestellten Vorlieben bei der Suche zumindest eingeschränkt dauerhaft zu erfassen, wurde ein Cookie installiert, das jedoch nach 90 Tagen wieder gelöscht wurde. So mussten die Nutzer grundlegende Einstellungen wie Serverstandort (Kontinent) und Sprache nicht bei jeder Suche erneut einstellen. Diese individuelle Anpassung ließ sich auch via URL festhalten.

    Wie so viele Suchmaschinen war Ixquick bemüht, einen festen Platz im Internetalltag jeder Nutzerin und jedes Nutzers einzunehmen, weshalb sie als App mühelos als Startseite im jeweiligen Browser implementiert werden konnte. Plug-ins und andere Einstellungen waren in diesem Zusammenhang ebenfalls möglich.

    Die Startseite „startpage.com“

    Wie oben erwähnt, arbeiteten Ixquick und startpage.com bis 2016 parallel, ehe sie zusammengelegt wurden. Mittlerweile arbeitet startpage.com als eine Art Mirror mit allen den Vorzügen, die Ixquick ausmachten. Eine Besonderheit ist allerdings, dass in den Jahren der Entwicklung aller Suchmaschinen Google eine dominante Rolle auf dem Markt eingenommen hat. Aus diesem Grund nutzt startpage.com ausschließlich den Google-Index. Das führt sozusagen dazu, dass die User wie mit Google aber anonym surfen. Stiftung Warentest bestätigte Startpage.com 2019 einen sehr guten Datenschutz und kürte die Web-Präsenz zum Testsieger als sicherste Suchmaschine. Im Vergleich mit 9 Konkurrenten setzte sich die Seite sogar gegen weitere sichere Suchmaschinen mit Fokus auf Datensicherheit durch.

    Suchvielfalt von Google ist zwar nicht ganz zu erreichen, aber mit einer neuen Shopping-Funktion erweitert startpage.com das Angebot um eine wichtige Komponente. Der große Vorteil dabei: kein Tracking oder Targeting — die Seiten können keine Profile der Nutzer erstellen.

    Suchmaschinenoptimierung für startpage.com?

    Marketing-Experten vernachlässigen diese Suchmaschine vollkommen. Sie ist für Nutzer interessant, die nicht erfasst werden möchten. Die Beschränkungen erschweren es professionellen SEOs und anderen Werbe-Spezialisten, viele Erkenntnisse aus der Nutzung zu gewinnen. Ein noch schlagenderes Argument, die Suchmaschine unbeachtet zu lassen, sind die geringen Nutzerzahlen mit gerade einmal sechs Millionen täglichen Suchanfragen.

    Über den Autor
    Arne Chananewitz
    Arne Chananewitz ist Head of SEO der Löwenstark Online-Marketing GmbH. Als gelernter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung schlägt sein Herz für Blogs, SEO, Games und Hardware.

     

     

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