Plug-in

Mithilfe von Plug-ins können Anwender Softwareanwendung über offene Programmierschnittstellen selbstständig um nützliche Funktionalitäten und Kompetenzen erweitern. Ein Plug-in sollte dabei nicht mit einem AddOn verwechselt werden.

Definition

Ein Plug-in (deutsch: anschließen) ist eine optionale Softwareanwendung, welche eingesetzt wird, um die Funktionalitäten einer Software zu erweitern oder zu verändern. Plug-ins werden dabei mithilfe von Programmierschnittstellen, einer sogenannten API, programmiert. Der Begriff wird oftmals Synonym zum AddOn verwendet, die beiden Software-Komponenten unterschieden sich allerdings dahingehend, dass ein AddOn maßgeblich von der Software abhängig ist, wohingegen Plug-ins auch ohne Integration in eine Software funktionsfähig sind.

Funktionsweise und Anwendung

In der Regel werden moderne Softwareanwendungen immer mit einer offenen Programmierschnittstelle versehen, sodass Nutzer die Möglichkeit haben, die Funktionalitäten der Software durch eigens programmierte AddOns oder Plug-ins über eine API zu erweitern. Die Nutzung der Software ist somit weniger abhängig von Weiterentwicklungen und Verbesserungen durch den Hersteller der Software. Die Nutzer der Software haben so die Möglichkeit, eine beispielsweise rudimentäre Software durch Veränderungen und Erweiterungen mithilfe von Plug-ins zu einer Allround-Anwendung mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten weiterzuentwickeln.

In Hinblick auf Softwareanwendungen für den Desktop werden Plug-ins vor allem für Bearbeitungsprogramme für Bilder oder Videos programmiert. Anwendungen wie Adobe Photoshop, Gimp und IrfanView lassen sich durch entsprechende Plug-ins beispielsweise mit zusätzlichen Grafikfiltern ausstatten. Auch Audio-Bearbeitungsprogramme, E-Mail-Software und Media-Player lassen sich unkompliziert mithilfe von Plug-ins hinsichtlich ihrer Kompetenzen erweitern.

Auch Softwareanwendungen für das Internet, wie beispielsweise Content-Management-Systeme (CMS), können durch Plug-ins unkompliziert mit zusätzlichen Funktionalitäten ausgestattet werden. Vor allem für beliebte Software wie WordPress oder TYPO3 stehen unzählige Plug-ins zur Verfügung. Durch Plug-ins lassen sich Internetanwendungen beispielsweise um nützliche SEO-Funktionen erweitern oder mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter verknüpfen. Darüber hinaus stehen unter anderem auch Plug-ins zur Identifizierung und Bekämpfung von Spam, zur Erstellung von Sitemaps, zum Tracking von Nutzeraktivitäten und zur Einbettung von Kontaktformularen bereit.

Auch Open Source-Shopsysteme wie Magento oder Shopware lassen sich mithilfe von Plug-ins erweitern. Hier werden unzählige unterschiedliche Erweiterungen direkt vom Softwarehersteller angeboten, welche unkompliziert über die API eingebunden werden können.

SEO Plug-ins

Für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) spielen vor allem spezielle SEO-Plugins eine wichtige Rolle, um die verwendete Software um nützliche Funktionalitäten hinsichtlich der OnPage- und OffPage-Optimierung zu erweitern. Die zusätzlichen Module erweitern in der Regel CMS-Software, Browser oder Softwarelösungen. SEO-Plugins werden neben der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen auch für die Ermittlung und Analyse von Key Performance Indicators (KPIs) verwendet.

Vorteile und Nachteile von Plug-ins

Durch Plug-ins lassen sich auch sehr rudimentäre Softwareanwendungen mit zusätzlichen Kompetenzen und Funktionen ausstatten. Da die jeweiligen Erweiterungen oftmals kostenfrei bereitgestellt werden, können Verwender so erhebliche Kostenvorteile generieren, da der Kauf einer neuen hinreichenden Software ausbleibt. Darüber hinaus lassen sich die bereitgestellten Plug-ins in der Regel sehr unkompliziert und schnell installieren und können dann über die Hauptsoftware angesteuert werden.

Plug-ins, die von Drittanbietern programmiert und dann zum Download bereitgestellt werden, stellen allerdings eine zunehmende Herausforderung dar. Diese Erweiterungen unterstehen oftmals keiner Kontrolle, sodass die umfassende Sicherheit der Plug-ins nicht gewährleistet werden kann. Bei der Installation von Drittanbieter-Software sind massive Sicherheitslücken nicht auszuschließen.

Bedeutung für SEO

Für die Suchmaschinenoptimierung ist vor allem die Ausstattung von Browsern, CMS-Anwendungen und Shopsystemen mit zusätzlichen Funktionalitäten mittels Plug-in hilfreich. Mit Browser-Erweiterungen und Toolbars lassen sich viele Leistungskennzahlen wie die Sichtbarkeit oder die Linkpopularität einer Webseite ermitteln und auswerten. Darüber hinaus kann auch die Keywordrecherche durch unterschiedliche Plug-ins unterstützt werden. Dabei ermöglichen Plug-ins für Content-Management-Systeme wichtige Maßnahmen im Rahmen der OnPage-Optimierung zu ergreifen. So erleichtern die Erweiterungen beispielsweise das Einbetten von Metadaten, die Optimierung von grafischen Inhalten, das Caching und interne Verlinkungen. Auch Shopsysteme profitieren erheblich von offenen Schnittstellen, über die sich Plug-ins programmieren lassen: So können Rich Snippets, Canonical Tags, Sitemaps, optimierte URLs und spezielle SEO-Funktionen unkompliziert eingebettet und verwaltet werden. Plug-ins generieren in der Regel keine neuen Informationen, die nicht auch anders angesteuert werden können. Die kostenlosen Softwareerweiterungen erleichtern aber oftmals das Tagesgeschäft.

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