Carsten Schurig

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    Vlog

    Hintergrund

    Durch den Launch von YouTube als Webvideoplattform im Jahr 2005 wurde das Phänomen des Vlogs maßgeblich angestoßen. Schnell bildeten sich Vlog-Communities, die sich mit ver-schiedenen Themen beschäftigten: Mode, Fashion, Beauty oder Reise. Die Zugriffszahlen dieser Videos schnellten in die Höhe und Vlogger erreichten einen hohen Bekanntheitsgrad, den man sonst nur von Prominenten kannte. Im Unterschied zum text- und bildbasiertem Blogging, ist das zentrale Format beim Vlog das Video, welches meist in Eigenregie produziert und dann auf einem eigenen Kanal hochgeladen wird. Interessenten können diesen Kanal abonnieren und erhalten Benachrichtigungen über Uploads von neuen Videos. Die steigende Beliebtheit dieser Kommunikationsform hat auch YouTube erkannt – so können Vlogger ab einer bestimmten Mindestanzahl an Videoaufrufen und einer bestimmten Größe der Fange-meinde an einem Partnerprogramm teilnehmen und ihre Videos mit vorgeschalteter Werbung monetarisieren. Mittlerweile hat sich eine eigene Branche entwickelt: Vlogger gründen ihre eigenen Unternehmen und vermarkten ihre Produkte. Dadurch eröffnet sich ein vollkommen neuer Markt, den Unternehmen versuchen zu erschließen: Agenturen betreuen YouTube-Vlogger und Unternehmen gehen Partnerschaften mit ihnen ein, um eine bestimmte Ziel-gruppe zu erreichen. Durch die Zusammenarbeit von Vloggern und Unternehmen werden täglich virale Hits produziert, die mithilfe von vorgeschalteter Werbung hohe Umsätze gene-rieren.

    Funktionsweise – ein Leitfaden

    Die Funktionsweisen des Vlogging ähneln denen des Bloggings. Der Unterschied besteht in der Art der Inhalte, die veröffentlich werden. Im Gegenzug zum Blogging, bei dem Inhalte schriftlich publiziert werden, produzieren Vlogger in regelmäßigen Zeitabständen eigene Vi-deos. Häufig werden diese mit einer Regelmäßigkeit von zwei bis drei Tagen hochgeladen. Vlogger erfüllen damit das Bedürfnis ihrer Zuschauer, die eine gewisse Frequenz erwarten oder ansonsten das Interesse verlieren könnten. Die hohe Beliebtheit dieser Kommunikations-form liegt ihrer simplen Erstellung zu Grunde. Um ein erfolgreicher Vlogger zu werden, müs-sen einige Grundschritte durchlaufen werden:

    Am Anfang steht die Idee

    Vor der Umsetzung steht die Idee. Der erste Schritt eines jeden Vloggers ist es, sich ein mög-lichst interessantes Thema zu suchen. Dabei sollten die Inhalte der entstehenden Vlogs nicht einfach eine Kopie eines existierenden Vlogs sein, sondern sich durch Einzigartigkeit und Au-thentizität auszeichnen. Hat sich nun eine Idee im Kopf der Vloggers festgesetzt, dann besteht der zweite Schritt in dem Eröffnen eines Accounts auf einer gewählten Plattform wie YouTu-be, Vimeo oder Twitch. Da sich die Plattformen insbesondere in ihren Nutzergruppen unter-scheiden, sollte sich ein Vlogger zuvor Gedanken machen, welche Personengruppe er oder sie mit den Vlogs zukünftig ansprechen möchte. Darauf folgt die Namensgebung des eigenen Kanals: der Accountname sollte möglichst kurz und einprägsam sein. Der Name eines Kanals ist ein Alleinstellungsmerkmal und sollte in den Köpfen der Zuschauer hängen bleiben.

    Von der Idee zur Umsetzung

    Der nächste Schritt beginnt mit der Produktion der ersten Videos. Je interessanter der Con-tent ist, desto mehr Zuschauer werden potenziell auf diesen aufmerksam. Für den Start ist es ratsam, einige Videos vorzuproduzieren, um diese dann in den ersten Wochen hochzuladen. Da die Zuschauer Online-Content vorzugsweise regelmäßig konsumieren wollen, sind kurze Zeitabstände zwischen einzelnen Uploads ideal. Um sich allmähliche eine Fanbase aufzu-bauen, bietet es sich an, die ersten Videos als Videoantwort auf ein thematisch verwandtes, sehr bekanntes Video zu posten. Durch diesen Tipp können potenzielle Zuschauer aktiviert werden und der Vlogger bringt sich zudem in die Diskussion des Originalvideos mit ein. Ein erfolgreicher Vlog besticht jedoch nicht nur mit einem hohen Vernetzungsgrad zu anderen Vlogs, sondern mit qualitativ hochwertigem Content. Daher sollten Vlogs vor der Publikation mit einem professionellen Schnittprogramm bearbeitet werden. So generieren Vlogger für ihre Zuschauer einen echten Mehrwert, sodass die Aufrufzahlen der Videos steigen. Spezielle Editing-Software wird oft mit dem Betriebssystem gemeinsam ausgeliefert. Viele erfolgreiche Vlogger setzen jedoch auf kostenpflichtige Programme, mit deren sich viele Möglichkeiten eröffnen, attraktive Inhalte zu vermitteln und das Storytelling des Videos effektiv zu gestalten.

    Erfolg durch Monetarisierung

    Sobald die Grundsteine für einen Vlog gelegt und bereits eine Mindestanzahl an Followern und Aufrufzahlen erreicht wurde, kann ein Partnerprogramm der jeweiligen Plattform sinnvoll sein. Der Vlogger kann dann Werbung in seine Videos integrieren und durch diese Einnah-men erzielen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Video direkt auf der Plattform angeschaut oder ob es auf Drittanbieter-Webseiten eingebunden wird. Spezielle Multichannel-Netzwerke können ebenfalls das Publikum vergrößern und Dienstleistungen wie Promotion anbieten. Zusätzlich bietet YouTube eine Analyse-Software für die Auswertung der wichtigsten KPIs an. So können Vlogger ihre Videos nach Erfolgsfaktoren analysieren und stets optimieren.

    Bedeutung für das Online-Marketing

    Die Zusammenarbeit mit erfolgreichen Vloggern bietet sich insbesondere dann an, wenn Un-ternehmen junge Zielgruppen ansprechen möchten, da diese vorzugsweise soziale Netzwer-ke und Videoplattformen nutzen. YouTube ist daher unangefochtener Marktführen im Bereich des digitalen Marketings und zählt zu den Top Webseiten weltweit. Auch die Zugriffszahlen sprechen für den Erfolg von Vlogs – diese fallen im Vergleich zu Blogs deutlich höher aus. Es ist also davon auszugehen, dass je nach Thema eine weitaus größere Zielgruppe erreicht werden kann. Einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit einem Vlog-Betreiber steht aus Sicht der Unternehmen also nichts im Weg. So können Unternehmen durch die Kooperation mit Vloggern ihre Markenbekanntheit steigern und auf die hohe Authentizität und Glaubwürdigkeit des Vloggers setzen.

    Die Entwicklung der Online-Welt hat jedoch auch zu starker Kritik geführt: viele Vlogger las-sen sich Produkte zu schicken, um diese in Ihren Vlogs zu bewerten. Da gerade junge Men-schen die Videoplattform nutzen, werden solche Arten des Sponsorings und Werbung kritisch betrachtet, wenn diese nicht vollkommen transparent erfolgen. Videos, die sehr stark auf die-se Werbeeffekte abzielen, werden von Experten als kritisch eingestuft.

    Über den Autor
    Arne Chananewitz
    Arne Chananewitz ist Head of SEO der Löwenstark Online-Marketing GmbH. Als gelernter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung schlägt sein Herz für Blogs, SEO, Games und Hardware.

     

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