Sichtbarkeitsindex: Geprägt durch die Sistrix Toolbox

Sistrix Tool Box

Wenn es um SEO-Maßnahmen geht, wird fast jeder irgendwann unweigerlich mit dem Namen Sistrix konfrontiert. Sistrix kann schon fast als Synonym zu Suchmaschinenoptimierung gesehen werden. Passend dazu bietet das aus Deutschland stammende Unternehmen Sistrix mit seiner Toolbox ein umfassendes Werkzeug rund um die Suchmaschinenoptimierung an. Der viel eingesetzte Sichtbarkeitsindex von Sistrix beschreibt eine Art Marktwert der Website bei Google im Vergleich zu den anderen existenten Seiten aus – nach eigener Angabe – zehn Ländern der Welt.

Was ist der Sistrix Sichtbarkeitsindex?

Um den Sichtbarkeitsindex zu berechnen, benötigt Sistrix eine umfassende Anzahl an Daten. Dazu zählen in erster Linie Keywords. So werden jede Woche die Keywords und deren Kombinationen aus den 100 besten Positionen auf Google erfasst. Der Durchschnitt über das typische Suchverhalten des spezifischen Landes soll damit abgebildet werden. Nach eigenen Angaben berechnet Sistrix so 25 Millionen Datenpunkte als Grundlage für den Index. Der Sichtbarkeitsindex wird von Sistrix für seine Kunden visualisiert und in einem Koordinatensystem als Graph dargestellt. Höhepunkte, wie zum Beispiel spezielle Algorithmus-Updates von Google werden mit einem Punkt auf dem Graphen visualisiert. Zugleich ist es möglich, solche Höhepunkte oder besondere Ereignisse selbst auf dem Graphen zu markieren. Sistrix Sichtbarkeitsindex Beispiel

Bestandteile der Sistrix Toolbox

Hauptbestandteil der Toolbox sind fünf Module zu den Bereichen SEO, SEM, Universal Search, Backlinks und Monitoring. Um die Module nutzen zu können, müssen Sie keine proprietäre Software installieren, stattdessen können alle Analysen und Daten im Browser der Wahl eingesehen werden. Auch die Toolbox von Sistrix ist generell kostenpflichtig, jedoch bietet sie eine kostenlose Testvariante an. Zudem gibt es auch eine kostenlose Version für die Anbieter von eher kleineren Internetauftritten oder Blogs.

SEO Modul

Bei dem SEO Modul kann sich der Nutzer umfassend zu allen Metriken informieren, die sich um Suchbegriffe und Keywords drehen. Außerdem kann eingesehen werden, welche Platzierung in den Ergebnislisten von Google der eigenen Domain zukommt. Kennzahlen und Analysen sind unter diesem Dashboard ebenso zu finden. Das SEO Modul kann ebenfalls Ihre Keywords exakt analysieren und sogar mit der Funktion „Neue Keywords“ alternative Suchbegriffe vorschlagen. Des Weiteren wird eine Verteilung von Short- und Longtail-Keywords angezeigt sowie eine erste Konkurrenzanalyse hinsichtlich der Keywords vorgenommen. Auch nötige Daten und Kennzahlen, wie CPC oder Benchmarks können über das SEO Modul abgerufen werden. Interessant ist dabei natürlich der Vergleich des Sichtbarkeitsindex im Vergleich zu dem anderer Domains.

Universal Modul

Mithilfe des Universal Moduls können Sie Bilder, News, Einkaufen (Shops), Blogs, Videos und Karten Ihrer Internetpräsenz gewinnbringend und zielführend optimieren. Unter anderem können Sie sich die Keywords und Platzierungen Ihrer Bilder in der Google Bildersuche ansehen.

Link Modul

Das Backlink Modul zeigt alle Links auf, die man selber besitzt oder die auf einen verweisen. Neben einem umfangreichen Überblick erhält man auch die Gesamtanzahl der Links und die Information zu der Backlink Herkunft (Link zu Artikel). Zusätzlich werden auch die Link- bzw. Ankertexte angezeigt. Außerdem besteht die Möglichkeit, weitere Informationen zu Domains, TLDs, Ländern und anderen Funktionen zu erhalten. Außerhalb der Testversion können noch tiefere Analysen durch das LinkRating oder dem LinkManager vorgenommen werden.

Social Modul

Auch wenn noch immer nicht zu einhundert Prozent bestätigt wurde, dass Social Signals ein Rankingfaktor sind, so kann mit diesem umfangreichen Tool dennoch jegliche Aktivität in den sozialen Netzwerken überwacht und optimiert werden. Alle bekannten Plattformen sind vertreten. Auch wird deutlich, welche der Netzwerke am meisten Social Links bringen und welche eventuell noch weiter bestückt werden sollten. Die Interaktion mit den Usern über Twitter, Facebook und Co. wird ebenfalls analysiert.

Ads Modul

Hier werden alle Ihre Google AdWords Kampagnen gelistet und mit welchen Keywords diese verbunden sind sowie wo die Anzeigen platziert werden. Besonders spannend dürfte dabei der Punkt sein, bei dem es um eine Keyword Analyse der Wettbewerber in AdWords geht. So können Sie sich eben diese anzeigen lassen und daraufhin Rückschlüsse zum eigenen Erfolg ziehen.

Optimizer Modul

Mithilfe dieses Moduls lässt sich eine komplette Onpage Analyse der einzelnen URLs durchführen. Dabei crawlt der Optimizer von Sistrix die Webseiten so, wie es auch der Algorithmus von Google tun würde und zeigt dabei Schwachstellen, aber auch positive Faktoren auf. So findet ebenfalls ein sinnvolles Monitoring der Keywords neben der Onpage Optimierung statt. Dabei arbeitet das Optimizer Modul eng mit dem SEO Modul zusammen. Zusätzlich bietet das Modul auch eine Quellcode-Suche, Überwachung der Rankings, PDF-Reporte und zusätzlich eine Aufgabenabsprache für ein besseres Teamwork mit Kollegen an.

Best Practices: 5 einfache Analysen mit SISTRIX

Wir beschränken uns auf das SEO Modul und Basisanalysen. Mit den Analysen können Sie aus Ihrer Sichtbarkeit- und Keyword-Entwicklung Maßnahmen ableiten und onpage umsetzen.

1.  Allgemeine Dos und Don’ts

Bei der Analyse sind ein paar Grundregeln zu befolgen. Aus der Erfahrung heraus können wir sagen, dass einige Ansätze der Analyse besser oder schlechter sind.

Darum befolgen Sie die nachstehenden Tipps:

DosDont’s
Trends erst über Wochen und Monate ablesenAuf den täglichen Sichtbarkeits-Chart schauen und reagieren
Direkte Konkurrenten vergleichenAbsolute Sichtbarkeitswerte vergleichen
Sortierung nach Suchvolumen und inhaltlicher RelevanzSortierung nach Suchvolumen
Filter benutzenAlles exportieren
Daten aus der GSC als „2. Meinung“ benutzenAuf die Daten verlassen

Abbildung 1 Dos und Don’ts der Sistrix Sichtbarkeits-Analyse

Die Don’ts sind immer den passenden Dos gegenübergestellt. Generell ist ein zu großer Fokus auf die Metriken eines Tools nie ratsam. Versuchen Sie immer etwas abzuleiten, das Sie auch im Nachgang umsetzen wollen.

2.  Potenzial-Keywords finden

Eine sehr einfache Analyse besteht darin, sich die nächsten Keywords für seine Optimierung zu suchen. Das funktioniert bei laufenden Projekten und etwas größeren Websites sehr gut.

Je nach Umfeld und Optimierungsstand werden Keywords gesucht, die noch nicht optimal ranken. In der Regel sind das Keywords auf Seite 2, also zwischen Position 11 und 20.

Die Einstellung dafür geht ganz einfach über die Filter.

Im Beispiel habe ich bei zalando.de folgende Filter eingestellt:

  • Position zwischen 11 und 20
  • Suchvolumen zwischen 70 und 100
  • Keyword enthält „Kleid“

Filtereinstellung Sistrix für Potenzial-Keywords

Abbildung 2 Filtereinstellung Sistrix für Potenzial-Keywords

Auf diese Weise finde ich sechs sehr interessante URLs, die noch nicht in den Top 10 sind. Zalando hat aber durchaus eine breite Produktpalette und die Möglichkeit, hier zu optimieren.

3.  Wie „gesund“ ist meine Website?

Diese Frage sollte ich schon über die Sichtbarkeit ablesen können. Eine fallende Sichtbarkeit heißt, dass irgendetwas nicht stimmt. Doch es gibt meiner Meinung nach eine bessere Methode, die Gesundheit der Website zu bemessen.

„Gesunde“ Websites haben wenig Probleme mit Updates, dafür starken Content und ein sauberes Backlink-Profil.

An der Rankingverteilung lässt sich erkennen, wie gut die Domain in der Lage ist, Top-10-Rankings aufzubauen. Im Grunde können Sie alle größeren Brands prüfen und werden immer eine abflachende Kurve finden.

Mehr Keywords auf Seite 1, weniger auf Seite 2 und wiederum weniger auf allen folgenden Seiten. So sieht die ideale Verteilung aus:

Abbildung 3 Rankingverteilung der loewenstark.com

Abbildung 3 Rankingverteilung der loewenstark.com

Finden Sie zum Beispiel folgendes Bild vor, dann heißt das, dass Sie noch Grundoptimierungen onpage oder Brandbuilding-Potenziale haben. Google „vertraut“ Ihrer Seite in dem Fall noch nicht ausreichend.

Rankingverteilung nicht ideal

Abbildung 4 Rankingverteilung nicht ideal

Der Effekt ist teilweise mit der Brandstärke vergleichbar. Je ausgeprägter der Balken bei Seite 1 ist, umso stärker ist in der Regel der Brand.

Zum Vergleich:

  • com – circa 26 Prozent Seite 1
  • de – circa 50 Prozent (27k absolut) Seite 1
  • de – circa 38 Prozent (447k absolut) Seite 1

Natürlich ist es mit mehr Keywords (ob relevant oder nicht) auch schwerer, viele Keywords davon auf Seite 1 zu platzieren. Darum hat Amazon auch weniger Potenzial.

4.  Keyword-Kannibalisierung

Manchmal ranken zwei URLs für das gleiche Keyword. Oft ist das nicht schlimm, wenn Google erkennt, welche der Seiten die höhere Relevanz hat und damit auch Top-Rankings vergibt.

Bei der Keyword-Kannibalisierung wird dies aber zum Problem, weil die doppelten Rankings ungewollt sind.

Keyword-Doppel-Rankings entstehen, wenn die Indexierung nicht optimal gesteuert wird oder aus Zufall, wenn mehrere Seiten aufgrund der Onpage-Parameter relevant sind.

Unter „Keywords“ > „Keywords“ finden Sie die komplette Liste aller Keywords. Ein relativ neuer Filter ist die „Keyword Kannibalisierung anzeigen“

Filter zum Anzeigen der betroffenen Keywords aus der Übersicht

Abbildung 5 Filter zum Anzeigen der betroffenen Keywords aus der Übersicht

Sie sehen in der vierten Spalte die Anzahl der betroffenen URLs. In unserem Fall sind es zwei URLs, die auf „SEO Backlink Analyse“ optimiert sind.

Doppelte Rankings zum Keyword "SEO Backlink Analyse"

Abbildung 6 Doppelte Rankings zum Keyword „SEO Backlink Analyse“

Die Gegenmaßnahme in diesem Fall ist es, beide Seiten zusammenzuführen, weil der Content ähnlich ist. Wenn das nicht möglich ist, schließen Sie eine Seite aus dem Index aus.

5.  Reaktionen auf Updates

Mit den bereits im Standard hinterlegten Markierungen lassen sich Updates und die Auswirkungen auf die Sichtbarkeit schnell finden.

Sichtbarkeit marathonfitness.de

Abbildung 7 Sichtbarkeit marathonfitness.de

Im Bespiel von marathonfitness.de haben diverse Updates einen Effekt auf die Rankings gehabt. Wenn Sie nicht genau wissen, was das Update bewirkt hat, dann klicken Sie auf die Markierung und Sie werden weitergeleitet auf die Hilfe-Seite von Sistrix.

Wie zum Beispiel auf die Seite zu Pinguin Update 4.0.

Habe Sie ein Problem (meist, wenn die Sichtbarkeit an der Markierung stark fällt) erkannt, dann müssen Sie herausfinden, woran es genau liegt.

Leider wissen Sie nicht, welches Keyword Ihnen wie viele Punkte in der Sichtbarkeit bringt. Aber Sie können die Auswahl eingrenzen und die Bereiche und URLs ausfindig machen.

Dazu vergleichen wir zwei extreme Punkte miteinander und schauen auf die Ranking-Veränderungen. Gehen Sie auf „Keywords“ > „Ranking-Veränderungen“ und wählen Sie die Werte aus.

Ich habe den 02.04.2018 und 24.09.2018 verglichen. Dazwischen liegt das erste Medic Update.

Verhältnis der Menge an gewonnenen (327) und verlorenen (738) Keywords:

Wenn Sie sich die verloren Keywords anschauen, sehen Sie auch Keywords ohne Relevanz. Es kommt einfach auf die Masse an in dieser Betrachtung. Da wir wissen, mehr Keywords = mehr Sichtbarkeit, ist das der erste Ansatz.

Verlorene Top-10-Positionen

Verlorene Top-10-Keywords auf marathonfitness.de

Abbildung 8 Verlorene Top-10-Keywords auf marathonfitness.de

Hier könnte das Problem begründet sein, das die Sichtbarkeit gekostet hat. Viele, sehr kurze Keywords, die nicht mehr in den Top 10 sind.

Fazit zur Sichtbarkeits-Analyse:

Sie sehen, dass die Sichtbarkeit selbst nicht viel aussagt. Erst wenn Sie weitere Metriken aus Sistrix hinzunehmen oder den Blick erweitern, wird aus einer fallenden Kurve eine entsprechende Gegenmaßnahme.

Mit ein paar getätigten Analysen werden Sie aber schnell entsprechende Potenziale finden.

Zusätzlicher Benefit

Zusätzlich zu der wirklich mächtigen Toolbox bietet Sistrix auch umfassende Informationen zu allen Themen rund um die Suchmaschinenoptimierung. So gibt es einen aktuellen Blog, viele Tutorials und eine Art Lexikon oder Glossar zu Fachbegriffen. Als Informationsquelle ist Sistrix somit ebenfalls sehr gut geeignet.

Verlässliches Analysetool mit kleinen Einschränkungen

Auch wenn die Sistrix Toolbox ein mächtiges Mittel für die Suchmaschinenoptimierung darstellt, so gibt es Kritik hinsichtlich ihrer Funktionalität. Der Sichtbarkeitsindex stellt immer nur einen gegenwärtigen Trend der Keywords dar und nicht das exakte Abbild dessen. Des Weiteren ist er kein Traffic-Index. Die Kausalität zwischen Traffic-Aufkommen und Sichtbarkeitsindex kann zwar bestehen, kann aber bestenfalls auch nur Zufall sein. Es bedeutet also nicht zwingend, dass bei einem hohen Sichtbarkeitsindex zugleich viel Traffic auf der Seite generiert wird.

Fazit

Einfach zu bedienen, leicht verständlich und ein umfassendes Analyse-Portfolio: So lässt sich die Sistrix Toolbox am besten beschreiben. Mit den unendlichen Möglichkeiten zur Optimierung für Suchmaschinen können Sie Ihre Website schnell und einfach analysieren und verbessern. Nicht nur technische Faktoren werden berücksichtigt, auch Usability und soziale Netzwerke werden als Rankingfaktor erwogen. Die professionelle Nutzung der Sistrix Toolbox verlangt nach einem kostenpflichtigen Account. Für kleine Seiten oder Blogs lässt sich auch auf den Funktionsumfang des kostenlosen Sistrix Smart Konto zurückgreifen.

Über den Autor

Marian Wurm
Marian Wurm

Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Löwenstark Online-Marketing GmbH. Marian Wurm entwickelt im Nebengewerbe zu seiner Ausbildung als Informatikkaufmann erste Online-Shops auf OS:Commerce Basis mit einem Team von freien Programmierern aus dem Homeoffice.

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